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Die architektonische Geschichte der Kanarischen Inseln war von jeher an die Arbeit mit dem Stein geknüpft. Fast sämtliche auf Gran Canaria errichtete Gebäude wurden aus Steinen gebaut.

Nach der Eroberung von Arucas, zu Beginn des 16. Jahrhunderts, wurde mit der Errichtung der ersten Dorfkapellen, Mühlen und Wohngebäuden in der Gegend von Arucas begonnen. Zuvor hatte man bereits in anderen Gegenden damit begonnen, beispielsweise in Las Palmas de Gran Canaria, weshalb die Nachfrage nach Baumaterialien wie Stein immer größer wurde. Dementsprechend begann Arucas an Bedeutung zu gewinnen, denn die Gemeinde verfügte über zahlreiche Steinbrüche mit dem Material, das später als „blauer Stein” bezeichnet wurde. In dieser Hinsicht ist besonders das Viertel La Goleta erwähnenswert, die Wiege vieler Steinmetze, ein Beruf, der heutzutage in der Stadt eine traditionelle und historische Bedeutung hat. Die Altstadt von Arucas wurde 1976 mit dem Titel des kunsthistorischen Gefüges ausgezeichnet. Diese Deklaration symbolisiert den Preis für eine unbezahlbare Arbeit, die die Steinmetze im Laufe der Geschichte von Arucas geleistet haben.

Die Ursprünge des Steinbruchs „La Goleta"

Der Steinbruch „La Goleta" befindet sich in der Gegend von El Cerrillo, etwa 500 Meter von der Altstadt entfernt. Von dem Abstieg Los Callejones aus, im La Goleta-Viertel, ist der Steinbruch schnell zu erreichen. Es handelt sich um einen unter vielen Steinbrüchen der Gegend, deren Ursprünge sich auf das XVI. Jahrhundert zurückverfolgen lassen.

Die Familie der heutigen Besitzer erwarb den Steinbruch gegen Ende der 50er Jahre und führt auf diese Weise eine Familientradition fort, die sich mit einem Satz zusammenfassen lässt, den der Besitzer Domingo Santana Mendoza auf die Frage hin bemerkt hat, wie lange die Familie den Beruf bereits ausübt: „Mein Vater antwortete einmal, dass ihm sein Urgroßvater gesagt hätte, schon dessen Großvater hätte als Steinmetz gearbeitet.”

Die Bauten, die mit den Steinen aus diesem Steinbruch errichtet worden sind, können gar nicht mehr gezählt werden, aber ein Bau ist unter all diesen Gebäuden besonders erwähnenswert: Der Glockenturm der Kirche San Juan Bautista de Arucas, der zwischen 1962 und 1977 erbaut worden ist, und dessen Steine vom Besitzer gespendet wurden. Ebenso bemerkenswert sind verschiedene Renovierungsarbeiten, wie beispielsweise die Kathedrale von Las Palmas de Gran Canaria, zwischen 1978 und 1984.

Nach vielen Jahren intensiver Nutzung wurde La Cantera im Jahre 1999 schließlich neuen Technologien angepasst. Heute haben die Besitzer in ihren Anlagen treu die charakteristischen Merkmale eines Steinbruches nachgebaut. In einem kurzen Besuch von nur 30 bis 40 Minuten kann der Besucher ein wenig von dem Ambiente nachempfinden, in dem ein Steinmetz seinen langen und harten Arbeitstag verbracht hat. Die ursprüngliche Art, den Stein zu bearbeiten, steht in einem starken Kontrast zu den heutigen fortgeschrittenen Techniken, die im Steinbruch „La Goleta” zu bewundern sind.

Bei dem Rundgang lernt der Besucher sämtliche Details und Anekdoten kennen, die in einem Steinbruch passiert sind, so beispielsweise:

- Die verschiedenen Werkzeuge und ihre Herstellung durch Schmiede.
- Die Aufgaben der Spezialisten kennen lernen, wie z.B. den Sprengmeister, den Zuteiler, den Steinschnitzer, den Steinmetz und den Graveur.
- Die Nutzen und Erläuterungen der charakteristischen Elemente eines Steinbruches, wie die Pfütze, das Steinhäuschen, in dem Arbeitskleidung und Gerätschaften untergebracht werden, und das aus Palmenblättern gefertigte Sonnensegel, damit die Arbeit im Schatten verrichtet werden konnte.
- Die von den Steinmetzen eingesetzten Techniken wie das Schwingen, das Meißeln, das Hämmern, der rustikale Abschluss, der Tafelschnitt, der Querschnitt, etc.
- Die Antworten auf die meist gestellten Fragen, wie beispielsweise: Warum der Name “Blauer Stein”? Um welche Art Stein handelt es sich? Wie sah der Arbeitstag eines Steinhauers aus?, etc.

Der Besuch endet mit einer kleinen Kunsthandwerksausstellung, wo der Besucher sich Objekte ansehen und erwerben kann, die aus dem Blauen Stein von Arucas gefertigt worden sind.

David Cabrera Guillén
Informador Turístico de Arucas

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